WARUM TANZEN WIR NICHT  – Poetry Slam zum Erntedankfest

von Schifra Stadelmann

 

Dankbarkeit

dankbar sein

Danke sagen

nicht nach noch mehr fragen

sich über die Dinge freuen mit denen wir so reich beschenkt werden hier auf Erden,

einem Überfluss an Gutem den wir genießen,

oder sollten- wir wollen meistens mehr oder eben einfach was Besseres, sind besessen von dem was wir besitzen,

sind überschüttet von Selbstverständlichkeiten

all das Gute das und Tag für Tag widerfährt,

wer mag sich darüber noch freuen,

wer merkt das denn noch,

oft sehen wir nicht

nehmen nicht wahr,

was um uns rum geschieht,

wie es den Menschen in unserem Umfeld geht,

wir rauschen so durch den Tag,

gewohnter Ablauf – meistens der gleiche,

wissen schon was kommt,

was passieren wird;

sind nicht mehr überrascht,

erwarten auch nichts Neues,

rechnen nicht damit,

dass etwas Außergewöhnliches passiert.

Vielleicht nehmen wir es einfach nicht wahr,

nicht bewusst haben wir irgendwann vergessen wie es geht richtig zu fokussieren,

wir verlieren das aus unserem Blick was von Bedeutung ist,

sehen nur Kleinigkeiten,

verstehen nicht dass diese großen Wert mit sich tragen, ich frage mich wann wir verlernt haben die „selbstverständlichen“ (Wunder), nicht mehr als diese anzuerkennen und hinzunehmen,

seit wann sind es nur noch die großen Ereignisse an die wir uns erinnern,

nur noch die wichtigen Entscheidungen die uns prägen,

die Massenbewegungen die uns mitreißen

es sind die Menschen die Großes geleistet haben,

die wir uns als Vorbilder aussuchen,

und es sind die großen Errungenschaften,

von denen wir uns beeindrucken lassen.

Seit wann reicht es nicht mehr sich über das zu freuen,

das unser tägliches Leben gestaltet.

Wann haben wir entschieden erst ab einer bestimmten Dimension und Besonderheit dankbar zu sein?

Die gewöhnlichen Dinge nicht mehr wert zu schätzen.

Dabei sind es doch oft die Kleinigkeiten die uns Freude bereiten,

die uns zum Lächeln bringen,

von denen wir Lieder singen und in die Luft springen.

Sei es der Geruch von Kaffee am Morgen,

das Buch das wir genießen zu lesen

das mitreisende Lachen der Freundin

die Schönheit die uns Tag für Tag in der Natur begegnet

wie es regnet und davon die Früchte wachsen

der Wind der durch die Blätter rauscht,

wie sie sich auch färben und zu Boden werfen,

die Sonne scheinen zu sehen,

deren Strahlen sich auf unsere Haut setzten,

wir die Wärme spüren dürfen,

die Fähigkeiten die wir besitzen,

wir können sitzen, oder stehen, ja vielleicht sogar gehen,

nur oft sehen wir als das nicht-sehen viel aber nicht das was genau vor uns steht, wir nehmen es nicht wahr.

Ich glaube manchmal ist es so wie der Blick durch eine Kamera. Dem Bild dem wir entgegen blicken, so viele Einzelheiten, Details, große und kleine Dinge.

Neues oder das was wir schon kennen,

aber wir selbst haben es in der Hand,

können das Foto selber machen, selbst einstellen, und fokussieren, scharf stellen und somit entscheiden was in den Vorder- und was in den Hintergrund rückt, wir können auch komplett die Perspektive ändern, einen neuen Blickwinkel setzten

wir können uns dazu entscheiden bewusst zu leben, zu streben danach Dinge im Detail zu betrachten, die Kleinigkeiten wahrzunehmen, die Wahrheiten in unserem Leben groß aufleben zu lassen, zu leben in aller Freiheit, die uns geschenkt wurde,

die kostbare Zeit die wir haben nicht einfach zu vergeuden.

Lasst uns doch jeden Augenblick ausnutzen,

lasst uns die Lieder laut mitsingen,

die die schönen Momente unseres Lebens erklingen lassen.

Lasst uns versuchen bewusst wahrzunehmen, die Dinge zu sehen, an denen wir sonst vorbei gehen, denen wir keine Aufmerksamkeit schenken, genau da unsere Blicke hinwenden.

Warum tanzen wir nicht zu dem Rhythmus der Musik,

dem Beat der von unseren Erlebnissen erzählt,

denn das Leben, es fliegt an uns vorbei, immer wieder nur ein kurzer Augenblick, blitzschnell schon wieder vorbei, keinerlei Möglichkeit innezuhalten, den Moment wie in einem Bild festzuhalten.

Wollen wir nicht dem Guten wieder Bedeutung schenken unsere Blicke auf das wenden, was wir sonst für selbstverständlich erachten, wir verschwenden so viel Zeit, während weit und breit so viele tolle Früchte wachsen, wie die Blumen im Frühling auf den Wiesen.

Und lasst und alle diese Dinge nicht nur genießen,

sondern auch dankbar sein, denn alles kommt von Gott allein,

der der uns beschenkt.
Lasst uns vor lauter Gaben nicht den Geber vergessen einiges wird uns vielleicht genommen, aber bekommen tun wir viel mehr:

Ein Meer voller Segen in Strömen,

Tag für Tag,

wer mag dafür nicht dankbar sein.

 

 

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