Schwarz und Weiß. Gut oder Böse?

von Joachim Böker

Jona
… eine altbekannten Geschichte.

Die handelt von einem kleinen Propheten, der woher kommt? Aus Israel. Ein Israelit. Und er bekommt von Gott den Auftrag der großen Stadt Ninive eine Nachricht zu übermitteln. Und Ninive ist die Hauptstadt von… richtig: Assyrien*!!!

Wie? Ich soll mitten ins Zentrum dieser Bestie? Mitten zu den Ungläubigen? Zu unseren ärgsten Feinden, die uns dauerhaft das Leben zu Hölle machen?
Ich bin sicher, Jona ist nicht der einzige, der sich ein Schiff nehmen würde in die entgegengesetzte Richtung.

Oft wird die Geschichte bei uns heute so erzählt: Wenn du nicht tust, was Gott dir sagt, wirst du schon sehen. Dann kommen der Sturm und der Fisch und so weiter…

Wie haben aber die ersten Hörer auf diese Geschichte reagiert, dass Jona nicht nach Assyrien will. Ich meine sie alle hassten die Assyrer. Nach Ninive geht man nicht. Natürlich nicht! Vielleicht haben sie Jona nach dem ersten Kapitel bejubelt. Sicher hatte er ihr absolutes Verständnis.

Die Story in kurz:
Also er flieht, es kommt der Sturm, er wird über Bord geschmissen, geht zähneknirschend nach Ninive, richtet aus, was er ausrichten von Gott her sagen soll. Die Leute hören darauf, tun Buße. Gott ist ihnen gnädig und Jona ist zu Tode betrübt. Soweit die Story.

Unterscheiden leicht gemacht?
Man sollte meinen, eine Geschichte in der Bibel, die von Israeliten und Assyrern handelt, könnte man recht gut unterscheiden, zwischen Gut und Böse. Richtig und falsch, fromm und gottlos, erwählt und verloren.

Aber in dieser Geschichte ist manches verschoben.
Der fromme Prophet Israels ist es, der vor Gott wegläuft. Und auf dem Schiff ist er der einzige der schläft, während die gottlosen Heiden allesamt was tun? Beten! Und sie fordern ihn auf auch zu beten! Die Gottlosen evangelisieren quasi den Frommen.
Und dann als Jona schlussendlich doch nach Ninive kommt, stellt sich heraus, dass dieses brutale, mörderische Pack, diese Erzfeinde Israels offene Ohren und Herzen für das Reden Gottes haben. Sie bekennen ihre Sünden und bitten um Gnade.
In dieser Geschichte gibt es keine klaren Kategorien. Der Mann Gottes aus Israel ist starrsinnig, unverständig, bitter, träge und die meiste Zeit schlecht gelaunt. Während die vermeintlich grundverdorbenen Heiden offene Ohren und ein bußfertiges Herz haben und die Botschaft Gottes annehmen. Gott wendet sich ihnen gnädig zu und Jona ist darüber so stinksauer, dass er am liebsten sterben will, als mit ansehen zu müssen, dass Gott mit ihnen gnädig ist.

Provokante Pointe!
Die Geschichte ist so provokant, weil sie unmissverständlich darstellt, dass dein vermeintlich gottloser Feind aufgeschlossener ist für die Liebe und Gnade Gottes als du selbst.
Es geht hier nicht mehr so einfach auf, die Welt in gute und schlechte, fromme und Heiden, Gerechte und Sünder einzuteilen. Diese Geschichte will unsere Vorurteile zertrümmern, indem sie erklärt, dass Gott auf Seiten von denen ist, von denen wir ganz genau wissen, dass Gott nicht auf ihrer Seite sein kann!
Fromme Menschen sind gut darin zu unterscheiden in „wir“ und „die da draußen“. Aber in dieser Geschichte ist derjenige, der zu den „wir“ gehört, zu denen „drinnen“, völlig genervt darüber zu sehen, wie „dicke“ Gott mit denen geworden ist, der er für „draußen“ gehalten hat.

Wir könnten noch unzählige weitere Beispiele erwähnen.
Samariter waren draußen. Also könnten wir reden über den barmherzigen Samariter, wo Jesus diesen verhassten Samariter zum Vorbild nimmt, bei der Frage nach dem ewigen Leben deutlich näher dran zu sein scheint als die frommen Israels.
Zöllner waren draußen. Also könnten wir reden vom frommen Mann und dem sündigen Zöllner im Tempel. Wo Jesus sagt, dass der sündige Zöllner, Erbarmen bekommt – der andere nicht.
Römer waren draußen. Also könnten wir reden römischen Hauptmann von Kapernaum, wo Jesus so begeistert ist von seinem Glauben. Und wieder sagt er: die die meinen drinnen zu sein, werden draußen sein, und die draußen zu sein scheinen, werden drinnen sein.

Jesus ist ein Skandal
Seine Nähe zu denen da draußen, seine Aufsprengen von drinnen und draußen, sein missverständliche tiefe, barmherzige Gemeinschaft mit Sündern machte Jesus zu einem Skandal. Er macht sich die Finger mit Sündern schmutzig.
Das führt dazu, dass sogar Johannes der Täufer, der schon im Mutterleib, als Embryo von Jesus als dem Gesandten Gottes überzeugt war, Zweifel bekommt. Er sollte doch die Spreu vom Weizen trennen. Und was macht er? Er macht alles schwammig. Bist du es wirklich auf den wir warten? Und Jesus sagt: Selig, ist der, der sich nicht an mir ärgert. Der keinen Anstoß an mir nimmt. War das milde Verhalten, gegenüber den moralisch geächteten für Johannes ein Skandal, ein Anstoß?

Prinzip: Nicht mein Volk – mein Volk
Die Ausgeschlossenen sind die Willkommenen bei Gott. Das lebt Jesus. Und das ist ein tief verankertes Prinzip, das schon im Alten Testament verankert ist. Paulus bezieht sich deshalb ganz grundlegend auf das Hosea 2,25, wenn er in Röm 9,25f sagt:
Die nicht mein Volk waren, will ich jetzt mein Volk nennen. Und ich will lieben, die ich zuvor nicht geliebt habe. Früher wurde ihnen gesagt: `Ihr seid nicht mein Volk. Doch jetzt sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.´

Biblisches Weltbild = Dualistisches Weltbild?
Wie ist das jetzt: Gibt es ein dualistisches Weltbild von gerettet und verloren, von teuflisch und göttlich. Von drinnen und draußen in der Bibel und bei Jesus.
Ja.
Jesus sagt in Joh 3: Alle, die an den Sohn Gottes glauben, haben das ewige Leben. Doch die, die dem Sohn nicht gehorchen, werden das ewige Leben nie erfahren, sondern der Zorn Gottes liegt weiterhin auf ihnen.«
Er sagt sehr klar abgrenzend: „Wer mich nicht unterstützt, ist gegen mich, und wer nicht Seite an Seite mit mir arbeitet, arbeitet im Grunde gegen mich.“ (Mt 12,30).

Auf der anderen Seite
sagt er aber sehr offen für alles, sehr einnehmend: Wer nicht gegen uns ist, ist für uns. (Mk 9,40)
Und er sprengt unsere Vorstellung von drinnen und draußen, gerettet und verloren in der Praxis ständig auf.

Es ist also kompliziert.

Was heißt das für mich?
Ich weiß um Verlorenheit und Rettung. Ich weiß darum, dass jeder Mensch, der nicht zu Jesus Ja sagt in Verlorenheit enden wird. Und ich bin überzeugt, dass jeder, der zu Jesus Ja sagt, sein Leben in Hingabe an ihn erneuern will und es erneuert wird. Denn Glaube ohne Werke ist tot. Hier bin ich sehr klar. Schwarz-weiß. Weil ich das aus der Bibel gelernt habe.
Und v.a. wenn es um mich selbst geht, bin ich ganz schön schwarz-weiß. Ich weiß dass ich verloren wäre. Aber Jesus hat mich zu sich gezogen. Er allein ist meine Rettung. Jetzt weiß ich ohne Zweifel, ohne abwägen: Ich gehöre zu den geretteten. Auch hier bin ich schwarz-weiß. Ich war schwarz – jetzt bin ich weiß.

Praxis der Begegnung mit einzelnen Menschen: Und gleichzeitig gibt es keinen Menschen, den ich ebenso schwarz-weiß behandeln kann wie mich selbst. Ich bin nicht dazu berufen drinnen und draußen einzuteilen. Ich begegne Menschen, als von Gott geliebte Menschen, für die Jesus den Preis ihrer Erlösung gezahlt hat und mit denen er einen Weg geht.
Ich hab keinen Stempel, den ich vergeben kann: Draußen. Verloren. Finsternis. Oder Drinnen. Gerettet. Licht. Keiner von uns hat den!!!

Klarheit für mich. Offenheit und Liebe für andere.
Mich kann ich einordnen. Andere nicht.

 

Joachim Böker 2. Dezember 2018 (Ausschnitt aus der Message vom Gottesdienst am 2.12.21018)

 

*Background:
Die Assyrer
Dazu muss ich aber ein bisschen Hintergrundwissen einfließen lassen.
– Pul, der König von Assyrien, fiel ins Land ein. (2Kö 15,19)
– Während seiner Herrschaft griff König Tiglat-Pileser von Assyrien Israel an und eroberte Galiläa und ganz Naftali nahm er ein und verschleppte ihre Einwohner als Gefangene nach Assyrien. (2Kö 15,29)
– Dann marschierte der König Salmanassar von Assyrien in ganz Israel ein und belagerte Samaria. Die Belagerung dauerte drei Jahre. (2Kö 17,5)

Ins Land einfallen.
Verschleppen.
Belagern.

Einfallen – das ist das, was geschieht, wenn man mit einer übermächtigen Armee in ein anderes Land einmarschiert und dort gewaltsam die Macht übernimmt.
Verschleppen – das ist das, was passiert, wenn man dann die Bewohner des besiegten Landes von ihren Höfen, ihren Familien, ihrem Land und ihrer Arbeit wegreißt und in die Ferne führt.
Belagern – das ist das was passiert, wenn man eine Stadt mit seiner Armee umzingelt und damit die Stadt von Nahrung und Wasser abschneidet, so dass möglichst viele Menschen darin hungern und leiden und sterben und die Stadt schließlich entkräftet, entwürdigt und willenlos aufgibt.

Mit anderen Worten: Die Assyrer waren skrupellose, gewaltsame, brutale Unterdrücker. Die Assyrer machten den Israeliten das Leben zur Hölle. Und das Jahr um Jahr um Jahr.

Wir haben einen Weihnachtswunsch!

 

🔔🎁 Wir haben einen Weihnachtswunsch! 🎄🌟
Yep. Richtig gelesen. Auch wir haben Wünsche. Große sogar!!
Denn wir brauchen Ermutigung. Von dir. Oder von deinen Freunden, deiner Großmutter, deiner Chefin oder deinem Nachbarn.
❓ Warum?❓
Weil wir ein riesig, tolles Bauprojekt vorhaben: Neue, schöne Räume. Mit viel Platz für junge Leute. Räume, die schon „herzlich willkommen“ sagen, bevor überhaupt ein erstes Wort gesprochen wurde. Wir haben das Privileg, dass wir eine großartige Jugendarbeit haben und viele Jugendliche in unsere Gottesdienste kommen. Geschätzte 40% unserer Gottesdienstbesucher sind unter 30 Jahren (!!) Unter der Woche gibt es verschiedene Angebote für Kinder, Teens und junge Erwachsene. Im Moment meistens in der Wintergartenwelt. Diese war für uns von Anfang an ein Provisorium (welches 12 Jahre gehalten hat…) und wir kommen mit dieser Übergangslösung an unsere Grenzen. Im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß um nur ein paar Probeme zu nennen. Weil Kinder und Jugendliche nicht nur unsere Zukunft sind, sondern auch unsere Gegenwart, möchten wir sie bestens versorgen. Räume ermöglichen, in denen sie sich gerne aufhalten und in welche sie begeisternd ihre Freunde einladen können. Deswegen wird die Wintergartenwelt abgerissen und ein neues Zentrum wird auf diesen Platz gebaut. Jetzt weißt du warum wir große Wünsche haben – 💰 das kostet!!
Du kannst dir sicher vorstellen, dass wir eine überdimensionale Summe zu stemmen haben. Alle hier strengen sich mächtig an, aber wir brauchen darüber hinaus noch mehr. Deswegen suchen wir jetzt bis zu Weihnachten ganz konkret nach ► 50 Menschen, die sagen: „1000 € für eure tolle Vision. Gerne. Auf mich könnt ihr zählen. Ich bin dabei und unterstütze euch.“ Wow. Das macht uns Mut und spornt an! 👏😃
►► DANKE! Und wenn du selbst keine 1000 € *hast, hilft es uns auch, wenn du Leute auf unseren Weihnachtswunsch aufmerksam machst, denn das ist genauso wichtig, vielleicht haben andere ja das Geld und möchten damit etwas Gutes bewirken. 👏😃 Hier werden wir darüber berichten, wieviele Menschen wir schon gefunden haben – wir sind gespannt, wer sich mit einklinkt und freuen uns auf euch!!
.
Und falls du dir die Bankdaten lieber hier rauskopieren möchtest, gerne:
SV-Schorndorf
DE85 5206 0410 00004199 40
BIC GENODEF1EK1
Betreff: 92704-WW18 und Adressdaten betreffs Spendenbescheinigung nicht vergessen

(* Uns hilft übrigens jeder Betrag, ganz nach deinen Möglichkeiten.)

 

#Thanksforsharing #JugendzentrumPlus #Schorndorf #WeihnachtsWunsch2018 #mitmachenerwünscht #DankeDankeDanke

#herausspazieren Poetry Slam

#Herausspazieren

…den ersten Schritt wagen,
raus gehen, aus dem gewohnten Umfeld, nicht stehen bleiben;
nicht verweilen, sondern los eilen;
bereit sein die eigenen vier Wände zu verlassen,
Fuß zu fassen, in einer Welt, in der Zweifel, Hass und Hoffnungslosigkeit herrschen;
Mut haben, Hoffnung genau dort hinzutragen;
Wir sind auf- und herausgefordert, genau in diese Welt zu gehen,
die für uns fremd und ungewohnt ist,
wir Angst haben, die Verantwortung nicht tragen zu können,
ich mich überfordert fühl, wühl und suche nach Antworten, Wegweisern;
ich oft kein Potenzial in mir sehe,
nicht verstehe warum gerade ich ausgewählt bin,
da raus zu gehen in diese Welt,
es gibt so viel was mich davon zurück hält,
was mir Angst macht,
ich keinen Mut hab,
ich denk ich versag;
als wäre es nur ein Spaziergang,
raus zu gehen, aus meiner Komfortzone,
meinen vier Wänden,
dem Umfeld in dem ich mich sicher fühl;

dabei merk ich, ich hab meinen Blick nicht erhoben, nach oben;
da wo meine Hilfe herkommt,
meine Hoffnung wohnt,
unsere Rettung thront;
ich hab das Kreuz übersehen,
das mir die Richtung zeigt,
den richtigen Weg weist;
das Kreuz als Zeichen dafür, das Jesus kam,
er kam um uns zu zeigen wie das geht,
wenn man das mit dem herausspazieren richtig lebt;
weil er liebt,
er sieht wie wir versagen und vergibt,
gibt uns neue Hoffnung,
Mut weiterzumachen,
die Möglichkeit alles zu schaffen;
dafür hat er alles gegeben,
nicht nur etwas, sondern sein ganzes Leben;
er lässt den Thronsaal, sein Königreich, Majestät und Herrlichkeit zurück,
um ein Baby zu werden, hier auf Erden;
er hat es gewagt, den ersten Schritt zu gehen,
herumzuspazieren,
los zu gehen, nicht stehen zu bleiben,
dem Ziel entgegen,
die Menschen zu sehen,
ihnen auf Augenhöhe zu begegnen;

er erniedrigt sich,
lässt seine Größe auf menschliches Maß reduzieren,
vielleicht 1,75m groß, unser Gott;
wer tut das schon?

nur ein Gott voller Barmherzigkeit,
der uns seine Liebe und Vollmacht zeigt,
er neigt dazu, sich auf die Seite der Schwachen zu stellen,
sich für sie einzusetzen;
das Evangelium, die Gute Botschaft zu verkünden,
Jünger zu machen und Gemeinde zu gründen;

Er hat genügend Macht,
das er uns Kraft schenken kann, ihm das gleich zu tun,
ihn als Vorbild zu nehmen,
uns nicht dafür zu schämen;
zu dienen so wie er es tut,
nicht zu denken, dafür sind wir zu gut genug,
sondern zu lernen von seiner Demut & Barmherzigkeit,
bereit zu sein, über den eigenen Schatten zu springen,
zu fragen nach unserem Auftrag, dem Weg und wie das geht;

und dann da raus zu gehen, nicht stehen bleiben,
nicht verweilen, sondern los eilen;
lasst uns die eigenen vier Wände zu verlassen,
Fuß zu fassen in dieser Welt,
Jesus zeigt uns es gibt nichts und niemand der uns davon zurückhält.

Poetry Slam von Schifra Stadelmann im Gottesdienst am 07.10.2018

 

 

 

#Herausspazieren

Und du gehst daran vorbei!
Dieser Blick, die erhobenen Hände.
Es ist wie ein Hilfeschrei,
aber Du hast es eilig und außerdem hast du deine eigenen Sorgen und Probleme dabei.

Und deshalb gehst du dran vorbei!
Denn es ist egal,
es gibt so viele denen man helfen könnte,
es gibt sogar viele denen man helfen wollte.

Und du kennst genau die, denen du helfen solltest,
aber wir leben in einer Welt, in der alle sagen, dass Du nichts musst.
Es ist eine verstrickte Welt,
eine Welt, die unser Leben, unsere Probleme und Sorgen in den Vordergrund stellt.

Aus „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst“ wurde Selbstverliebtsein gewählt.
Unser Körper, unser MakeUp, unser Auto, unser Geld,
ist das Einzige, was noch zählt.

Der Mensch, Me, Myself and I wird in den Vordergrund gestellt.
Wir verurteilen schlechte Gewohnheiten, Sünde, mit einem Blick.

Und binden den Menschen hinter deren Rücken, mit unseren verachtenden Worten,
den Strick.
Wir merken nicht, wie wir uns in dieser oberflächlichen Welt verlieren,
wie wir Freundschaften, Vertrauen, ja die Liebe riskieren.
Wie wir uns als Christen, als aktive Nachfolger blamieren
und Jesus vollkommen aus den Augen verlieren.

Jesus sagt in Matthäus 25,40: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
Was verstehen wir nicht daran?
Also lasst uns heute noch starten.

Lasst uns mit Liebe verschenken nicht warten
Lasst uns mit Freuden einander begegnen.
Und von ganzen Herzen den Nächsten segnen.
Lasst uns Probleme des Nächsten erkennen,
ihm helfen und ihn unseren Freund nennen.

Lasst uns die Augen öffnen und die Not dieser Welt sehen.
Lasst uns den Bedürftigen, ob geistlich, materiell oder körperlich, hingehen.
Lasst uns herausspazieren und den ersten Schritt wagen,
rausgehen aus der gewohnten Umgebung
nicht stehen bleiben,
nicht mehr verweilen,
sondern los eilen
dem Ziel entgegen, danach streben es zu erreichen.

Poetry Slam von Tanja Rosin im Gottesdienst am 14.10.2018

 

#Herausspazieren

Dankbarsein – Eine Fähigkeit zu glauben,

Mut zu fassen, herausspaziern`!

Nicht mal die Zeit kann das rauben,

lass uns Dankbarkeit herauskristallisieren!

Doch ist Danke so ein einfaches Wort oder doch nur

eine Raubkopie auf meinem Laptop,

so dahingesagt beim Einkauf im Eineuroshop?

Ja und links daneben auf meinem Schreibtisch

ein Stapel voll offener Rechnungen, Erwartungen,

die ich erfüllen soll und nicht erfüllen kann…

Anstatt Mut zu fassen,

heraus zu spazieren und wahrer Dankbarkeit Wert geben zu lassen.

Irgendwann merk ich es geht immer nur um mich,

um mein Selbstmitleid und nie um dich!

Lass das Geschenk, das Geschenk des Größten in Vergessenheit geraten,

kann mir selbst nicht vergeben, zwischen den Kabelsalaten

fällts mir schwer DANKBAR zu leben!

Doch Gott hat sein Leben

als Lösegeld hingegeben

und wenn ich das akzeptier

wird aus dem ICH endlich ein WIR!

Ja ICH kann mit DIR:

Herausspaziern, den ersten Schritt wagen,

rausgehen aus der gewohnten Umgebung,

nicht stehen bleiben, nicht verweilen, sondern los eilen!

Lass uns die Raubkopie vergessen,

lass uns die Delikatessen

des Lebens auskosten,

lass unsre Fehler akzeptiern`

und andre respektiern!

Schlechte Worte gute werden lassen,

Dankbarkeit nicht mehr verpassen,

richtige Worte finden um andern Dankbarkeit zu zeigen,

das Evangelium verbreiten!

Lass uns das Geschenk weitergeben,

zeigen, dass wir geliebt sind,

ja lass uns richtig dankbar leben

als wahres Königskind!

Ja und wenn ich Dankbarkeit gewagt hab

Und aus dem ICH endlich ein WIR wurde,

dann wird Dankbarsein

eine Fähigkeit zu glauben

und nicht mal die Zeit kann das rauben,

dann können wir richtig herausspaziern`

und wahre Dankbarkeit in unserm Leben herauskristallisieren!

Poetry Slam von Tamina Munz im Gottesdienst am 21.10.2018

 

 

 

#Herausspazieren

Lasst uns herausspazieren und den ersten
Schritt wagen,
rausgehen aus der gewohnten Umgebung,
nicht stehen bleiben,
nicht mehr verweilen,
sondern loseilen
dem Ziel entgegen, danach streben es zu erreichen.
Denn das Ziel, manchmal sind wir selbst zu fragil,
es zu erreichen,
wir sollen die Botschaft weitergeben,
in unserem Alltag, unserem Leben,
nicht stehen bleiben,
sondern losgehen und sie verkünden,
dass Jesus gestorben ist für unsere Sünden,
also lasst uns Gottes Werkzeuge sein,
um Liebe weiterzugeben,
in unserem Alltag, unserem Leben,
lasst uns eine Quelle sein,
aus der jeder Gottes Liebe schöpfen kann,
also machen wir den Anfang,
und beginnen wir das Salz zu sein,
lasst uns die Botschaft streuen und uns dran
erfreuen, dass wir die Zeit sinnvoll nutzen und
nicht verschwenden,
ja lasst uns mit unserem Licht andere blenden und sie
dazu bringen hinzusehen,
hinsehen und zugehen, auf Gott und seine Gnade, die
da süsslich ist wie Marmelade,
die unser ganzes Herz erfüllt,
deshalb lasst uns auch andere Herzen erfüllen,
hinein in die tiefsten Rillen,
sie mit der Liebe Gottes anstecken, aufwecken und sie
dazu bringen Gott abzuchecken,
und lasst uns bereit sein für ihre Fragen,
für ihre Geschichten und Narben,
lasst uns offen gegen über ihnen sein und ihre Narben
mit der Liebe Gottes heiln.
Aber hä- Gnade was ist das überhaupt? Und wie kann
ich Salz sein, wenn ich die meiste Zeit sauer bin? Wie
kann ich Liebe weitergeben wenn ich mich oft selbst
nicht zurechtfind und dabei will ich die Zeit nutzen,
dass andere stutzen, wenn ich ihnen von meinem Gott
erzähle, dass er mich erwählt hat und ich ihn wähle,
wie funktioniert das alles überhaupt?
Und vorallem im Alltag, wenn ich ihn oft nicht
zu spüren vermag?
Gnade ist für den Kaffee morgens danke zu sagen,
nicht irgendjemanden einfach anzuklagen,
sondern Gespräche suchen und geduldig sein,
die Augen voller Barmherzigkeit,
Gnade ist, kleine Sachen zu vergeben,
die im täglichen Leben, im Alltag passieren,
wenn mich jemand verpetzt, versetzt oder verletzt,
dann bin ich barmherzig,
denn die Flamme der Liebe lodert in mir und sie
wird übergehen zu dir,
langsam, wenn ich dir von meinem Gott erzähle, der
mich erwählt hat und den ich wähle, den werd ich dir
zeigen und von meinen Wundern berichten, in denen
ich ihn sichten und erkennen konnte
und irgendwann lodert in dir auch die Flamme,
irgendwann preisen wir zusammen den Name,
unseres Herrn,
wir lodern zusammen, wir brennen für ihn,
so wie er für uns als Licht schien,
so sind wir nun das Licht, dass auf der ganzen
Welt weiterleuchtet,
ich bin die, die das Gras anfeuchtet und du
pflanzt die Samen,
und wir preisen zusammen seinen Namen und wir
schenken anderen ihr Licht,
und wir bringen den ganzen Raum zum lodern, lassen
Gott die Herzen anderer erobern.
Denn er ist der Mechaniker und wir seine Werkzeuge,
er ist der vor dem ich mich beuge,
und wir werden bald, ja so bald, den ganzen
Raum erhellen,
die Schulen, die Büros werden in hellen, göttlichen
Strahlen erglimmen,
und wir, ganz von Sinnen, werden da stehen als die
Gesandten, die da den Glauben anderer entbrannten,
die durch Geduld, Gnade, Zuversicht,
Gottes Liebe und Licht,
weitergegeben haben,
die wagen und einfach mal auf Menschen zugehen
und fragen: Bist du auch ein Gotteskind?
Denn das ist unsere Aufgabe und auch wenn ich
manchmal Grund habe zur Klage, wird meine Flamme
niemals erlöschen, sondern ewig weiterbrennen,
ihn beim Namen nennen und ich werde durch
die Welt spazieren, manchmal stark, manchmal
auf allen Vieren,
und ich werde in die Schule gehen und zum
Arbeitsplatz, und vielleicht werde ich mit einem
einzigen Satz, die Flamme eines anderen zum Brennen
bringen und das wird mir gelingen, denn er ist bei
mir und ja, auch bei dir.
Also lasst uns herausspazieren mit der Gewissheit,
dass er uns begleitet und auf unserem Weg leitet.
Lasst uns herausspazieren, manchmal stark,
manchmal auf allen Vieren,
lasst uns losgehen, andere ansehen und unseren
Glauben, unsere Liebe und Gnade in der Schule und
auf der Arbeit verbreiten, auf andere zuschreiten und
einfach offen sein und ganz wichtig- lasst uns sie
anstecken mit unserem Schein.

Poetry Slam von Lena im Gottesdienst am 28.10.2018

 

#Herausspazieren
Sie hat´s halt so gehört und es hat sie gestört und verstört
und vielleicht hat sie sich nur verhört
aber sie gab es weiter und leider verbreitete sich diese Nachricht über mich, wie ein Lauffeuer.
Und dann kommt´s auch an mich und ich
ich hör wie sich jemand beschwert
zu Unrecht und es blieb mir verwehrt
mich zu erklären und zu sagen, wie es wirklich war.
Sie haben mich verletzt,
mit der ganzen Welt vernetzt,
weil sie es halt so gehört, verhört hat.
Wie oft haben sie Jesus verspottet, verachtet,
vertrieben, verlacht
sich Lügen über ihn ausgedacht,
die Wahrheit verdreht,
damit er bloß geht?
Dabei hat er ihnen nichts getan
Nichts was ihr Verhalten hätte begründen können.
Und ER, der Einzige, der jeden Grund gehabt hätte, sich zu beschweren
und uns das Leben zu erschweren.
Er hat´s nicht getan.
Stattdessen ist er herausspaziert, bestens informiert
mit einem liebenden Blick und göttlicher Macht.
Aber er lässt es nicht raushängen.
Er entdeckt den Blinden
Er geht auf ihn zu
und er fragt:
Was willst du, dass ich dir tu ?
Was willst du, dass ich dir tu ?
Diese Hoffnung, die er gibt,
weil er ihn unendlich liebt,
– diese Hoffnung steht auf unserer Fahne geschrieben,
dass wir von Herzen andere lieben,
weil er es zuerst getan hat.
Den Nächsten sehen, nicht vorbeigehen
Not nicht einfach nur interpretieren,
sondern informieren, fragen und es wagen jemandem mit dem zu helfen, was er wirklich braucht.
Schorndorf, mein Ort, meine Heimat,
mein Zuhause, meine Welt
Und genau hier bin ich, sind wir als Gemeinde reingestellt.
Als Licht. Als Salz. Als Hoffnung.
Lasst uns nicht über alles beschweren, mitreden, weil wir´s so gehört haben
sondern lasst uns doch wehren
herausspazieren, informieren – wenn´s sein muss für Menschenrechte demonstrieren
Lasst uns dieser Hoffnung ein Gesicht geben
Nicht nur die Hoffnung die zuletzt stirbt , sondern die die zuerst hilft
Lasst uns unser Stadt Bestes suchen
und nicht einfach mit fluchen
Lasst uns Hoffnung bringen, fragen:
Wie kann ich dazu beitragen
diese Stadt zu unterstützen – sie mit Hoffnung zu beschützen.
Lasst uns herausspazieren, den ersten Schritt wagen
rausgehen aus der gewohnten Umgebung
nicht stehen bleiben
nicht mehr verweilen
sondern loseilen
dem Ziel entgegen
danach streben es zu erreichen.

Poetry Slam von Julia Rosin im Gottesdienst am 11.11.2018

 

Drei Männer – eine Stadt

Ähnliches Alter, verheiratet, kleine Kinder, alle drei glauben an Jesus Christus und verbinden etwas mit Kairo.

Einer ist hier geboren, umgeben von chaotischem Verkehr, stinkendem Müll. Seine Kirche ist eine Höhle in einem Berg, am Rand seiner Siedlung. Sein Glaube kann er nicht verstecken, weil groß auf seinem Handgelenk Jesus tätowiert ist – was ihm in dieser Gesellschaft immer wieder Nachteile bringt. Er lebt in einer kleinen Zweiraumwohnung. Unter ihm: alles mit dem er seine Geld verdient: gesammelter und sortierter Müll, große gepresste Würfel aus Plastikmüll, die er immer dann weiterverkauft, wenn er eine Transporterladung zusammen hat. Über ihm: einiges was er zum Überleben braucht. Ein paar Schweine, Ziegen und Hühner, im 3 Stock seines Hauses.
Dazwischen die Fragen: was ist die Perspektive für meine Kinder? Wo können sie Kindsein, zwischen dem Staub und Matsch der Straße und der Arbeit bei der sie mithelfen müssen. Werden sie jemals ein anderes Leben als ich führen können?

Einer ist 3000 km von hier am Horn von Afrika geboren. Sein Militärdienst scheint nicht zu enden, weil sein Präsident mit dem Nachbarland im Konflikt liegt. Er verdient weniger, als er zum Leben braucht, seine Familie hat nichts davon, dass er monatelang Kilometer weit weg von ihnen ist. Er darf sie sowieso nur wenige Wochen im Jahr sehen, wenn er mal Ausgang vom Grenzposten bekommt.
Geflüchtet. Seine Familie kam nicht mit, weil der Weg hierher viel zu gefährlich war. Aber nicht nur der Weg auch diese Stadt: er saß mehrere Monate im Gefängnis, nur weil er die falschen Papiere dabei hatte, Staatsbürger eines Landes für das er hier kein Visum bekommt. Christen sind hier in dieser Stadt nur eine Minderheit, aber er ist ganz alleine, niemand von seinen Glaubensbrüdern weiß von ihm und seinem Schicksal, weil er hier ein Fremder ist. Seit fast 5 Jahren ist er jetzt schon getrennt von seiner Familie.
Jetzt ist er in Europa, aber was ist seine Zukunft? Ist es möglich dass seine Familie nachkommen kann? Wie hält man Kontakt mit Menschen die nur schlechten Zugang zum Internet haben? Kann man Beziehung und Familie über so einen langen Zeitraum nur On-Off-line leben?

Einer bewegt sich frei in dieser Stadt, mit wachen Augen beobachtet er und staunt, ist irritiert und genauso fasziniert. Genießt den fremden Geschmack, riecht den Smog und entspannt in klimatisierte Räume.
Er ist gekommen um zu lernen. Gekommen in einem schnellen Flugzeug, er wurde willkommen geheißen als er die ersten Schritte auf dem Boden dieser Stadt machte. Lebt bei einem Freund von einem Freund, der jetzt auch sein Freund ist.
Wenn er durch die Stadt schlendert – kaufen muss er hier nichts, arbeiten muss er hier auch nicht, Termine muss er hier auch keine wahrnehmen – trifft er immer wieder auf Menschen, die ihm helfen in dieser fremden Kultur und Sprache sich zurechtzufinden. Die seine Unwissenheit nicht ausnützen, die ihn anlächeln, ansprechen, einfache Sätze mitteilen, weil sie gastfreundlich sind und vielleicht auch weil er so aussieht, als hätte er Papiere von einem Staat, der als reich, organisiert und vorbildlich wirkt.
Wenn er betet, hört man immer wieder die Bitte um einen schönen, guten und inspirierenden Tag, bisher hat Jesus jeden Tag diese Gebet hier erhört.
In wenigen Tagen ist er wieder bei seiner Familie, in seiner Wohnung, bei seiner Arbeit in einem anderen Land. Weg von allem Fremden mit neuen Erfahrungen im Kopf in seiner Heimat, die ihm Vieles so einfach macht. Seine Fragen sind theoretischer Art: was wäre, wenn wir als Familie hier leben würden? Wie würden die Kinder sich hier zurechtfinden? Würde der Verkehr sich immer so abenteuerlich anfühlen, oder wäre er auch mal genervt davon. Würde man sich jemals an den ständigen Smog gewöhnen? Würde es sich immer wie ein Privileg anfühlen hier leben zu können – wie es sich diese 10 Tage anfühlt?

Ist das Leben nicht unfair? Keiner hat sich sein Leben ausgesucht, sein Umfeld frei gewählt und alle leben unter demselben Himmel.
Meine Frage ist: Was können wir voneinander lernen, wie können wir einander unterstützen Ehemänner und Väter zu sein, die Liebe und Werte vorleben und weitergeben. Die dankbar und zukunftgerichtet leben. Mit dem Wissen, dass nicht alles im Hier und Jetzt erlebt, erreicht und besitzt werden muss. Oder verschließen wir die Augen voreinander aus Überlegenheit, Scham, Angst oder dem Fremdsein?

Ich habe einen Traum: Dass meine drei größer werdenden Töchter eines Tages in dieser Stadt gemeinsam mit Söhnen und Töchtern von Vätern aus Manschiyyet Nasser und aus Eritrea an einem Tisch sitzen und gemeinsam sich als Brüder und Schwestern sehen. Sich frei  über Grenzen hinweg bewegen können, gleichen Zugang zu frischer Luft, gesunder Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung haben und ganz offen ihren Glauben leben können. Gemeinsam beten und über ihre Erfahrungen reden.

Ich habe einen Traum: Dass alle drei Gruppen von erwachsen gewordenen Kindern irgendwann sich gegenseitig unterstützen und Mut machen, voneinander lernen und gemeinsam ihrem Glauben leben.
Dieser Traum, in dieser Stadt. Das ist meine Hoffnung.

Ich habe immer noch diesen Traum auch nach diesem Tag gestern an dem ich in einem Taxi vorbei an einem der Gefängnisse in dieser Stadt in die Garbage City (Manshiyat Naser) gefahren bin.
#herausspazieren

Michel Schneider

Neulich im Gottesdienst

Neulich
Erschöpft kam sie in den Gottesdienst. Ihre Woche war intensiv. Eine Vielzahl an Terminen und akrobatischen Koordinationskunststücke hat sie vollbracht. Familie, das Zuhause, das Geschäft, das Ehrenamt, das andere Ehrenamt und dazwischen andere Gedankengänge, Taten, Handgriffe. Sie fasst es kaum, was eine einzige Woche beinhalten kann. (Und diese Woche bildet keine Ausnahme zu ihren anderen Wochen.)
Um ihren Kopf nicht noch weiteren Reizen, und seien sie noch so stimulierend und positiv, auszusetzen, spielt sie mit dem Gedanken dem Gottesdienst fernzubleiben. Die Ruhe zuhause und die Abwesenheit von weiteren Inspirationen in Form von Texten oder Menschen taten ihr schon manchmal gut. Diesen Impuls verwarf sie jedoch. Es lag ihr viel daran zusammen mit ihrer Familie zu gehen. Somit saß sie im Gottesdienst. Erschöpft.

Forever he is faithful. Forever he is strong. Forever he is with us. Forever.

Das Lobpreisteam stimmte diesen Song an. Sie liebt dieses Lied. Es verbindet sie mit guten Erinnerungen an Zeiten, welche für sie bedeutend waren. Sie freut sich in dieses Lied mit einzustimmen. Aus ganzem Herzen sang sie mit. In diesem Augenblick wusste sie, dass es gut war hier zu sein. Die linke Hand dem Himmel entgegen gestreckt, war es ihr, als hätte sie sich an eine himmlische Zapfsäule angedockt. Gottes Kraft floss in sie hinein. Gott ist stark. Seine Stärke. Mit der tankte sie sich voll. So lange Gott stark ist, ist alles gut.

Forever – Für immer. Eben.

Aus diesem Grund liebt sie Gottesdienste. Für diese Erinnerungen. Deswegen brauchte sie den Gottesdienst. In dieser Sekunde, als dieses „forever“ sich seinen Weg bahnte, war es so eindeutig. So klar. Sie ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Und auch das ist Gottesdienst für sie: Aus diesem vollen Leben mit all seinen Terminen, Problemen, Fragen und Unklarheit löst sie sich Sonntag für Sonntag heraus. Lässt sich erinnern an die Treue und die Stärke Gottes. Und an dieses FOREVER. Für immer.

SV-Blogger-Team

Wir sind geliebter als …

„Wir sind geliebter als wir ahnen.“

Lissy Schneider hat für die Schorndorfer Nachrichten die „Sonntagsgedanken“ am 3.11.2018 geschrieben und uns diese zu Verfügung gestellt:

Eine vorinstallierte App begrüßt mich als ich mein neues Handy das erste Mal anschalte. Sie verspricht mir, dass ich in kürzester Zeit meinen Traumkörper mit ihren Tipps erreichen werde. Über Werbung im Briefkasten und Mailpostfach wird mir immer wieder gesagt wie wichtig es ist, dass ich mich weiterbilde – ob das Abitur nachholen, einen Masterstudiengang belegen oder eine Weiterbildung, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Dass ich berufstätige Mutter von drei Töchtern bin ist dabei kein Hinderungsgrund. Es ist schön in einem Land geboren zu sein, dass viele Möglichkeiten bietet zur persönlichen Weiterentwicklung, ob Körper oder Geist… jeder scheint an dieser Entwicklung interessiert zu sein, die Industrie, die Politik, die sozialen Netzwerke, die Werbung…Aber was ist wenn ich es nicht schaffe, wenn ich krank bin, traurig, einen Verlust verarbeiten muss, frühere Entscheidungen heute noch Konsequenzen haben und die Seele leidet? Wer sagt mit wie ich mit Scham, Neid, Schuld umgehen kann. Denn diese gehören doch auch zu meinem Leben. Deshalb liebe ich die Worte der Bibel, ihre Werte, die für mich zu einem gelingenden Leben gehören. Nicht, weil im Leben nichts mehr unangenehmes passiert, sondern weil ich in den Krisen des Lebens, aber auch in meinem Alltag lerne mit mir selbst umzugehen. Sie gibt mir Inspiration für ein Leben, dass von dem Wissen geprägt ist, dass sich Dankbarkeit in allen Lebenslagen lohnt: „Seid dankbar in allen Dingen.“ 1.Thessalonicher 5,18, dass ich dafür verantwortlich bin, was ich mir den ganzen Tag zu Gemüte führe und in welcher Umgebung ich mich bewege:“Achte auf dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.“ Sprüche 4,23, dass ich unabhängig von meiner Leistung geliebt bin und dass mein Wert nicht von einem Daumen hoch oder runter bestimmt wird: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Jeremia 31,3. Die Worte der Bibel sind Vitamine für meine Seele. Sie sind verfasst von dem, dem es nicht egal ist wie ich aussehe, weil er mich geschaffen hat. Dem es nicht egal ist was ich tue, weil er mich begabt hat. Aber dessen Liebe und Wertschätzung nicht von Äußerlichkeiten abhängt. „Wir sind von Gott geliebter als wir ahnen“. In den Erfolgen unseres Lebens, in denen schönen Momenten, aber auch dann, wenn wir scheitern, überfordert sind und keinen guten Umgang mit uns wissen. „Wir sind geliebter als wir ahnen.